1:1 trennen sich der TSV 1883 Bogen und der SC Ettmannsdorf – Bogens Torschütze Balti Sabadus

Für einen jungen Torwart ist es nicht leicht gegen einen Regionalligaerfahrenen Torwart anzutreten. Aber Youngster Simon Weinzierl hat es nicht erst einmal gezeigt, dass er ein ganz Guter seines Faches werden könnte. Am Samstag in Ettmannsdorf hat er sein „Gesellenstück“ gemacht. Mit überragenden Reflexen hat er seinem Team einen Punkt beschert. Aber das soll die Leistung der Mannschaft nicht schmälern. Es standen von den Bogenern ein Team auf dem Rasen, die im Kollektiv ein ganz starkes Spiel gezeigt hatten und sich den Punkt mehr als verdient hatten.

Von der ersten Minute an zeigten die Hausherren warum sie unter den Top vier der Liga stehen. Sie waren gefühlt schon überlegen. Eine verdammt spielstarke Mannschaft mit viel Qualität und viel Erfahrung. Sie wollten ihren Zuschauern wieder einmal einen Heimsieg schenken und sich natürlich auch selbst mit einem Dreier belohnen. Aber das Team von Trainer Barbaros Yalcin hat mit einem enormen Willen und großer Leidenschaft dagegen gehalten um die vermeintlichen Defizite auszugleichen. Die Zuschauer sahen von der ersten Minute weg ein richtig starkes Landesligaspiel mit vielen Torraumszenen hüben wie drüben. Immer wieder suchten beide Teams in den ersten 20 Spielminuten den weg in die Gefahrenzone, natürlich hatten die Hausherren mehr Vorteile, aber auch der Gast aus Niederbayern zeigte im ersten Drittel des Spiels, dass sie durchaus mit den Großen der Liga mithalten können. Immer wieder wussten die Gäste eine Antwort auf eine gute Aktion der Hausherren. Wie auch in der 25. Spielminute, als die Hausherren das 1:0 durch Jeremy Schmidt, übrigens am Samstag der beste Spieler auf dem Feld. Die Bogener Mannschaft ist in diesem Moment im Zentrum einmal nicht so gut gestanden. Ein richtig guter Ball kommt aus dem Mittelfeld zu Schmidt in die Box. Er schaut kurz und zieht gleich ab, unhaltbar schlägt die Kugel ein. Postwendend hat die Rautenelf die richtige Antwort darauf. Eine Minute später erzielt Balti Sabadus mit ein ganz starken Abschluss und einem tollen Tor den Ausgleichtreffer zum 1:1. Aus dem Halbfeld bringt Simon Moosbauer den Ball butterweich in die Box. Gürkan Ögütlü verlängert mit dem Kopf auf Sabadus. Fast an der Torauslinie hämmert Sabadus die Kugel unter die Latte in den Winkel, ein Kunstschuss Marke Balthasar Sabadus. Es geht weiter rauf und runter, aber die Rautenelf hat noch deutlich vor dem Halbzeitpfiff die größte Chance in Führung zu gehen. Wieder war Sabadus der Ausgangspunkt, über links tankt er sich durch in den Strafraum. Alle Gästeabwehrspieler wollen verhindern, dass Sabadus zum Abschluss kommt und übersehen den blank stehenden Lukas Käufl an der 5er Linie, der dann auch die Kugel, mit den Rücken zum Tor, bekommt. Eine Drehung, etwas überhastet und ohne Druck auf den Ball zu bekommen schließt er ab. Ettmannsdorfs Torwart Ebner steht richtig und kann den Ball ohne größere Probleme aufnehmen.

Im zweiten Durchgang das selbe Bild. Allerdings merkt man den Gästen, wie von Yalcin vorhergesagt, dass bei den „Blau-Gelben“ ab der 60. Minute langsam die Kräfte schwinden. Das Mittwoch-Spiel steckt noch in den Kleidern. Simon Weinzierl rückt nun mehr und mehr in den Blickpunkt. In der 60. Minute ein ganz starker Auftritt von ihm, mit zwei ganz starken Reflexen hält er sein Team im Spiel. Einen gefühlvollen und gefährlichen Heber aus 20 Metern bringt er gerade noch mit den Fingerspitzen an die Latte. Von der Latte kommt die Kugel auf den Kopf des Zweitligaerfahrenen Tobias Wiesner, er nickt ein, sieht aber nicht, dass der „Teufelskerl“ Simon Weinzierl schon wieder auf den Beinen steht und den Ball entgegen springt. Wahnsinn, die zwei Reflexe innerhalb von Bruchteilen von Sekunden. Aber auch Bogen hat weiter die Möglichkeit in Führung zu gehen. Der wieder einmal sehr gut aufgelegte Balti Sabadus tankt sich nur wenige Minuten später auf der linken Seite durch, in den Strafraum der Hausherren hinein. Eigentlich eine gute Position am 5er-Eck selbst abzuschließen. Uneigennützig sucht er einen vielleicht besser postierten Abnehmer, findet aber keinen. Falsche Entscheidung von Sabadus. Das letzte Drittel des Spiels ist nun eingeläutet. Bogen stemmt sich mit allen Kräften gegen eine mögliche Niederlage. Wenn dann doch mal ein Ball durchkommt, ist es Simon Weinzierl der ein Einschlag verhindert. Wie in der 75. Minute – Balti Sabadus kann sich einmal nicht durchsetzen, verliert in der Vorwärtsbewegung den Ball an den gerade erst eingewechselten Leon Brand. In Robben-Manier marschiert er der 16er-Linie entlang. Zentral zum Tor sucht er den Abschluss. Wieder Weinzierl mit den Fingerspitzen über die Latte. Beide Mannschaften suchen in den letzten 10 Minuten irgendwie noch zu einem Torerfolg zu kommen. Die beste Möglichkeit dafür bot sich den Gästen aus Bogen in der letzten Spielminute. Gefühlvoll bringt Nico Tremml einen Freistoß in die Box. Mehrmals versuchen die Gäste den Torabschluss, mit vereinten Kräften bringen die Hausherren den Ball aus der Gefahrenzone. Ettmannsdorf war insgesamt die bessere Mannschaft, hat zweifelsohne die besseren Einzelspieler, Bogen im Kollektiv überragend und hat sich deshalb den Punkt mehr als verdient.

TSV 1883 Bogen: Simon Weinzierl, Tomas Krbecek, Marco Kenneder, Nico Zeba, Lukas Käufl (Nico Tremml 80.), Simon Moosbauer, Jonas Gruber, Gürkan Ögütlü (Korbinian Menacher 71.) Balthasar Sabadus, Niklas Karl (Makamba Sidebe 66.), Pepe Warminski;

SC Ettmannsdorf: Tim Ebner, Matthias Graf, Jeremy Schmidt (Max Schreyer 86.), Patrick Eberl,    Tobias Wiesner (Leon Brandl 70.), Ilhan Koc, Furkan Yalcin (Felix Fiedler 70.), Michael Plank, Lukas Rothut, Andreas Müller, Florian Tausendpfund;

Tore: 1:0 Jeremy Schmidt (25.)
        1:1 Balthasar Sabadus (26.)

Schiedsrichter: David Wagner (Kirchehrenbach)

Zuschauer: 80